Réunion des Musées Nationaux - Grand Palais
Ministère de la Culture

L'Histoire par l'image 1643-1945 - Geschichte in Bildern

Deutsch-französische Sonderausgabe

 
L'Histoire par l'image 1789-1945
Deutsch-französische Sonderausgabe

Französische Fassung - Version française

Im Rahmen des Europäischen Jahrs des interkulturellen Dialogs und als Beitrag zur deutsch-französischen Annäherung bietet „Geschichte in Bildern“ eine Sonderausgabe zur Geschichte in Deutschland und Frankreich an. Die WEB-Seite beinhaltet u.a. sechzehn Studien zu Kunstwerken aus deutschen und französischen Museumssammlungen. Diese von Kunstgeschichtlern und Konservatoren verfassten Texte stellen einen gekreuzten Blick auf die beiden Kulturen dar und erörtern die politische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Geschichte der beiden Länder von 1789-1939. Die Studien sind in französischer und in deutscher Sprache verfügbar.

Mit Dank an das Deutsches Forum für Kunstgeschichte

Der Preußenfeldzug - 1806

1806 befindet sich die Grande Armée in Deutschland. Nach der schweren Niederlage Preußens bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 bricht die preußische Armee zusammen, und Napoleon hält in Berlin Einzug. Der Maler Charles Meynier verewigte Napoleons offiziellen Einzug in der Hauptstadt Preußens.

Napoleons Einzug in Berlin am 27. Oktober 1806.
Napoleons Einzug in Berlin am 27. Oktober 1806.
© Photo RMN - Droits réservés
Jérôme Bonaparte und das Königreich Westphalen

1807 wird das Königreich Westphalen im Herzen des ehemaligen Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nationen gegründet. Napoleon setzt seinen jüngsten Bruder, Jérôme (1784-1860), an die Spitze des neuen Staats. Letzterer lässt sich in Kassel nieder. Das Königreich Westphalen soll nicht nur als Pufferstaat zwischen Frankreich und Preußen sondern auch als Modellstaat für die Nachbarstaaten fungieren. Nach Napoleons Niederlage in der Völkerschlacht von Leizpig im Jahre 1813 löst es sich auf.

Schwur auf die westfälische Flagge.
Schwur auf die westfälische Flagge.
© Photo RMN - Droits réservés
Der Völkerfrühling

Im März 1848 entflammt der europäische Kontinent von Wien bis Venedig, über Prag und Berlin aufs Neue: Der Völkerfrühling bricht aus, der simultane Kampf der europäischen Völker um nationale Unabhängigkeit und politische Rechte. Die revolutionären Kräfte Deutschlands widersetzen sich dem Block um den preußischen König Friedrich Wilhelm IV..

Barrikadenschlacht am Alexanderplatz
Barrikadenschlacht am Alexanderplatz.
© BPK, Berlin, Dist RMN - Knud Petersen
Der Krieg von 1870

Am Nachmittag des 18. Augusts beginnt im Dorf Saint-Privat die Schlacht zwischen der unter dem Befehl von General Bazaine stehenden französischen Armee und der preußischen Garde. In seinem Gemälde Der Friedhof von Saint-Privat verherrlicht der Maler Alphonse de Neuville den unglückseligen Heroismus der französischen Truppen.

Der Friedhof von Saint-Privat, 10. August 1870.
Der Friedhof von Saint-Privat, 10. August 1870.
© Paris - Musée de l'Armée, Dist. RMN - Photographe inconnu
Die Frage des Elsass

Der am 10. Mai 1871 unterzeichnete Frankfurter Friede entschied über die Annexion des Elsass und eines Teils von Lothringen, zu dem auch die Stadt Metz gehörte. Der Mythos eines geeinten Lothringens wurde geboren und parallel dazu die Idee des Vergeltungsschlags.

Der schwarze Fleck.
Der schwarze Fleck.
© DHM/Berlin
Der Erste Weltkrieg: La Grande Guerre

Im Rahmen der Kunstmissionen für die französischen Armeen, die im Herbst 1916 unter der Leitung der Kunsthochschulverwaltung eingerichtet wurden, wird Félix Vallotton (1865-1925) im Juni 1917 in die Champagne entsandt. Ende 1917 beginnt er ein Gemälde, das den Namen Verdun tragen sollte und ein visuelles Zeugnis der mörderischsten Schlacht des gesamten Kriegs darstellt.

Verdun.
Verdun.
© Paris - Musée de l'Armée, Dist. RMN / Pascal Segrette
Verdun
Le traité de Versailles, ou la paix en trompe l’œil

Die Pariser Friedenskonferenz wird am 18. Januar 1919 in Versailles eröffnet. Doch die Friedensregelung steht von Anfang an auf tönernen Beinen, und Deutschland darf nicht an den mündlichen Verhandlungen teilnehmen. Zwei Jahrzehnte und zwei Monate nach der Unterzeichnung bricht der Versailler Vertrag endgültig auseinander, als England und Frankreich dem nationalsozialistischen Deutschland den Krieg erklären.

Unterzeichnung des Friedensvertrages im Spiegelsaal von Versailles.
Unterzeichnung des Friedensvertrages im Spiegelsaal von Versailles.
© BPK, Berlin, Dist RMN - Photographe inconnu
Die Karikatur in Frankreich

Nach der Niederlage bei Sedan sind die Karikaturen jedoch nicht nur humoristisch. Die Stunde der Brandmarkung und des politischen Engagements ist gekommen und findet in ganz besonders bösartigen Zeichnungen ihren Ausdruck. Mehr denn je stellt Deutschland den Feind, den „Barbaren“ dar, und Bismarck und Kaiser Wilhelm I. sind das diesbezügliche Symbol.

Dieser Teufel MIMAK [...]
Dieser Teufel MIMAK [...]
© Photo RMN - F. Raux
Die Karikatur in Deutschland

Während des Ersten Weltkriegs nimmt die Karikatur einen resolut polemischen und aggressiven Stil an und schürt die Propaganda gegen den Feind. Dieser Stil bewirkt, dass die deutschen Zeichner ein überspitztes, manchmal rüpelhaftes und groteskes Bild des „Nachbarlandes“ schaffen, welches die kollektive Vorstellungswelt beider Völker dauerhaft prägen sollte.

Die Zivilisierung Europas.
Die Zivilisierung Europas.
© BPK, Berlin, Dist RMN - Photographe inconnu
Die industrielle Revolution

In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg war Deutschland zweifelsohne die größte Industrienation Europas. Die Stärke Deutschlands lag zu diesem Zeitpunkt sowohl im Überfluss seiner Kohle- und Eisenerzreserven, als auch in den Initiativen großer Industrieller wie Krupp (Eisen- und Stahlindustrie) oder Borsig (Dampfmaschinen).

Das Eisenwalzwerk (Moderne Zyklopen).
Das Eisenwalzwerk (Moderne Zyklopen).
© BPK, Berlin, Dist RMN - Klaus Göken
Die soziale Frage

Deutschland war gegen Ende des 19. Jahrhunderts von einem Klima sozialer und politischer Spannungen geprägt. Otto von Bismarck hatte eine Politik durchgeführt, die gegen die sozialistischen Bewegungen gerichtet war, ohne jedoch die Verbreitung der sozialistischen Ideen verhindern zu können. 1890 verstärken die Sozialdemokraten ihre Position durch die Gründung der SPD.

Der Weberzug.
Der Weberzug.
© VG Bild-Kunst, Bonn 2008 © ADAGP
Das Erbe des Mittelalters

Im Laufe der Befreiungskriege entsteht in Deutschland ein patriotisches Fieber, das sich auf die deutsche Sprache, deren Ursprung eine ganze Generation zu finden versucht, sowie auf die mittelalterliche Kunst (bzw. den gotischen Stil), die sich als privilegierte Projektionsfläche politischer und nationaler Identitätsfindung aufdrängt, konzentriert.

Mittelalterliche Stadt.
Mittelalterliche Stadt.
© BPK, Berlin, Dist RMN - Jörg P. Anders
Das Naturgefühl

Der ab dem 18.Jh. vorherrschende Traum einer „Rückkehr zur Natur“ führt um 1800 zu einer Aufwertung der Landschaftsmalerei. In Deutschland nimmt dieses Genre jedoch ab der napoleonischen Besetzung (1806-1813) eine nationalistische Färbung an. Die Natur wird zur Projektionsfläche der deutschen Identität, noch bevor konfessionelle Diskrepanzen und die Rückkehr der Prinzen das Einheitsideal der romantischen Landschaft in tausend Splitter zerschlagen.

Landschaft mit der Ritterburg.
Landschaft mit der Ritterburg.
© BPK, Berlin, Dist RMN - Jörg P. Anders
Die Rezeption Wagners in Frankreich

Wagner brachte in Paris zahlreiche Enthusiasten hervor. Die Aura des Meisters machte seine Opern zu Bühnenerfolgen und führte im Jahre 1885 sogar zur Gründung einer Revue wagnérienne; und sie entfachte das Verlangen nach bildnerischer Darstellung. Sein Werk brachte jedoch eine lebhafte Polemik in Gang, die sich vom Krieg zwischen Frankreich und Preußen im Jahr 1870 nährte.

Richard Wagner.
Richard Wagner.
© Photo RMN - H. Lewandowski
Die dekorativen Künste

1910 und 1930 werden zwei Ausstellungen angewandter deutscher Kunst im Grand Palais in Paris gezeigt, die zu lebhaften Debatten führen. Über die künstlerischen Aspekte und die damit verbundene Herausforderung hinausgehend, geht es um die Behauptung der wirtschaftlichen Stellung Frankreichs und Deutschlands im internationalen Vergleich.

Damenschlafzimmer.
Damenschlafzimmer.
© Droits réservés
Die Universitäten

Im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts werden in Frankreich und Preußen zwei verschiedene Universitätsmodelle gegründet. Stellen beide eine Reaktion auf die als veraltet geltenden mittelalterlichen Universitäten dar, so sind sie doch im feindschaftlichen Kontext der napoleonischen Kriege vor allem gegeneinander gerichtet.

Die Universität Friedrich Wilhelm
Die Universität Friedrich Wilhelm.
© BPK, Berlin, Dist RMN - Photographe inconnu
L'Histoire par l'image 1789-1945

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