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Der Friedhof von Saint-Privat

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Der Friedhof von Saint-Privat, 10. August 1870.

© Paris - Musée de l'Armée, Dist. RMN-Grand Palais - Photographe inconnu

Vergrößerung und Zoom

Titel : Der Friedhof von Saint-Privat, 10. August 1870.

Autor : Alphonse NEUVILLE (1835-1885)
Historisches Datum : 10 août 1870
Dimensionen : Hauteur 118 cm - Largeur 190 cm
Technik und weitere Angaben : Öl auf Leinwand.
Konservierungsort : Musée de l'Armée (Paris) ; Webseite
Copyright-Vertrag : Agence photographique de la Réunion des musées nationaux. 254/256 rue de Bercy 75577 Paris CEDEX 12. Courriel : photo@rmn.fr ; Webseite
Bildreferenz : 06-518765 / 14628 ; Ed 347

  Historischer Kontext

Der am 19. Juli 1870 erklärte Deutsch-Französische Krieg findet in zwei Phasen statt: Die erste unter der Heeresleitung von Napoleon III. bis zur Niederlage von Sedan am 31. August 1870, wo Letzterer gefangengenommen wird; die zweite von der Ausrufung der Republik am 4. September 1870 bis zum Frieden von Frankfurt am 10. Mai 1871, der den Krieg beendete.
Der Augustfeldzug beginnt im Elsass mit den ersten französischen Niederlagen bei Wörth und bei Reichshoffen. Unter dem Befehl von General Bazaine zieht sich ein Teil der Armee nach Metz zurück, wo am 16. und 18. August 1870 mehrere entscheidende Schlachten stattfinden. Obgleich sich die französische Armee im Schlachtfeld behauptet, weiß sie in Ermangelung von Reservetruppen und einer entschlossenen Heeresleitung ihre Siege nicht zu nutzen. Am Nachmittag des 18. Augusts beginnt die Schlacht zwischen dem 94. Linienregiment der französischen Armee (6. Armeekorps unter dem Kommando von Generalfeldmarschall Canrobert), das sich in das Dorf Saint-Privat zurückgezogen hat, und der Infanterie der preußischen Garde. Nach einer Stunde zähem Kampf ist die königliche Garde vernichtet. Doch sie wird von dem Artillerieregiment der Garde abgelöst, und das Feuer von 84 Geschützen geht auf dem Dorf nieder; Letzteres kann sich nicht mehr halten. Bei Einbruch der Dunkelnacht verlassen die letzten Verteidiger das in Flammen stehende Dorf. Doch alleine die Niederlage des 6. Armeekorps kostete die preußische Armee 10.400 Soldaten. Am Tag darauf telegrafierte der preußische König Wilhelm an Königin Augusta: „Meine Garde fand vor Saint-Privat ihr Grab.“ Die französische Armee flüchtet nach Metz und ergibt sich dort schließlich. Bazaines Strategie wird für das militärische Fiasko der Rheinarmee verantwortlich gemacht. Er wird des Verrats angeklagt und schließlich dafür verurteilt, dass er Metz ausgeliefert hat. 1881, als das Gemälde im Salon präsentiert wird, ist er bereits aus der Festung von Saint-Marguerite bei Cannes, in der er seit 1874 inhaftiert war, nach Spanien geflüchtet.

  Bildanalyse

Die vom Künstler ausgewählte Episode, die sich auf Zeugenberichte von Offizieren der Schlacht bei Saint-Privat (auch Schlacht bei Gravelotte genannt) stützt, ist der entscheidende Moment, an dem der Verlauf des Gefechts entgültig zugunsten des Feindes umschlägt. Der Friedhof von Saint-Privat ist der letzte Widerstandsherd des in Flammen stehenden Dorfes, in das die sächsischen Regimentskolonnen vordringen. Das Tor ist bereits eingerannt, und die letzten Soldaten, welche die Stellung hielten, sind gefallen. Die Kämpfe waren so heftig, dass der Boden von toten und verwundeten Soldaten übersät ist, während mehrere verwundete, entwaffnete Soldaten entlang einer Friedshofsmauer stehen. Mehrere Motive des Gemäldes hat Alphonse de Neuville aus seinen vorherigen Kompositionen entlehnt, insbesondere das Tor als dramatischer Darstellungsraum, aber auch die außer Gefecht gesetzten Soldaten, deren Heroismus sinnlos geworden ist. Auch richtet der Künstler sein Augenmerk insbesondere auf die Darstellung der Leichen. Er gehört der ersten Generation von Schlachtenmalern an, die tatsächliche Leichen malen und auf konventionelle Heldenposen verzichten.
Alphonse de Neuville hat das Dorf, das damals zum deutschem Gebiet gehörte, vor Ort gezeichnet. Bei der endgültigen Komposition vergrößerte er den Abstand zwischen dem Friedhof und den Häusern am Dorfplatz. Das stellenweise vom Schein der Feuersbrunst aufgehellte Dämmerlicht ist perfekt wiedergegeben.

  Deutung

Alphonse de Neuville, der in erster Linie durch sein Gemälde Die letzte Patrone (1873) (die Darstellung einer Episode der Schlacht bei Sedan) bekannt ist, spezialisierte sich auf Bilder, in denen der unglückselige Heroismus der französischen Truppen während dieses Krieges verherrlicht wird: „Ich möchte unsere Niederlagen so darstellen, dass das Ehrenhafte, das sich für uns daraus ergab, deutlich wird; ich glaube, das ich damit unseren Soldaten und unseren Militärchefs Ehre erweise und ihnen Mut für die Zukunft gebe.“„Egal was gesagt wird, wir wurden nicht ruhmlos geschlagen, und ich glaube, dass es gut ist, dies zu zeigen!“ (Brief von Alphonse de Neuville an den Kunstkritiker Gustave Goetschy, 1881).
Der Friedhof, der als letzter Widerstandsort ausgewählt wurde, und die großformatige Darstellung (235 x 341 cm) verstärken die symbolische Bedeutung des Werks. Alphonse de Neuvilles Gemälde weckte starke Gefühle unter dem französischen Publikum, das mit der Erinnerung einer Niederlage und einer Erniedrigung lebte. Doch der patriotische Aspekt seines Gemäldes darf seine künstlerischen Qualitäten, die bei der „Inszenierung“ der Kriegsszene sowie bei der Landschaftsdarstellung eindeutig zum Ausdruck kommen, nicht vergessen lassen.

Autor : François ROBICHON
(Übersetzung : Beate E. RENNER)


Bibliographie

  • Philippe CHABERT, Alphonse de Neuville, l’épopée de la défaite, Paris, 1979.
  • Bernard GIOVANANGELI, Eric LABAYLE, Jean-François LECAILLON, Henri ORTHOLAN, 1870. Les soldats et leurs batailles, Paris, 2006.
  • François ROBICHON, L’armée française vue par les peintres, 1870-1914, Paris, 1998.
  • Lt-Colonel ROUSSET, Histoire générale de la guerre franco-allemande (1870-1871), Paris, sd. [1910].

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