Hors-série franco-allemand (32 oeuvres)
© Paris - Musée de l'Armée, Dist. RMN-Grand Palais / Pascal Segrette
Titel : Verdun.
Autor : Félix VALLOTTON (1865-1925)
Entstehungsdatum : 1917
Historisches Datum : 1917
Dimensionen : Hauteur 114 cm - Largeur 146 cm
Technik und weitere Angaben : Öl auf Leinwand.
Konservierungsort : Musée de l'Armée (Paris) ; Webseite
Copyright-Vertrag : Agence photographique de la Réunion des musées nationaux. 254/256 rue de Bercy 75577 Paris CEDEX 12. Courriel : photo@rmn.fr ; Webseite
Bildreferenz :
06-501097 / 21889 ; Eb 1518
Da sich die militärische Lage Deutschlands bis Ende 1915 stark verbessert hatte, beschließt General von Falkenhayn, die Überlegenheit der deutschen Artillerie zu nutzen und die französische Infanterie „auszubluten“. Verdun ist für die Franzosen ein Symbol, und von Falkenhayn glaubt, dass sich die französische Armee an der Verteidigung dieses Orts erschöpfen wird und deswegen von anderen Frontstellungen abziehen wird. Doch die erhoffte Wendung sollte nicht einkehren. Die deutschen Verluste sind bald ebenso hoch wie die ihres Gegners, obgleich die militärischen Mittel enorm sind: 1.500 schwere Schnellfeuergeschütze alleine vor Verdun. Die Offensive beginnt am 21. Februar, doch nach ein paar Tagen wird der deutsche Infanterievorstoß aufgehalten. Unter dem Kommando von General Pétain baut sich der französische Widerstand auf. Die Nutzbarmachung der Straße, die Verdun mit Bar-le-Duc verbindet und die bald unter dem Namen „Heilige Straße“ in die Geschichte eingehen sollte, ermöglicht die Versorgung der Stellung mit Truppen, Geschützen und Munition. Von Februar bis September, als die Deutschen diesen Zermürbungskrieg schließlich aufgeben, zählt die deutsche Seite in Verdun 280.000 gefallene, verwundete, gefangengenommene oder verschollene Soldaten, im Vergleich zu 315.000 auf der französischen Seite.
Im Rahmen der Kunstmissionen für die französischen Armeen, die im Herbst 1916 unter der Leitung der Kunsthochschulverwaltung eingerichtet wurden, wird Félix Vallotton (1865-1925) im Juni 1917 in die Champagne entsandt. Ende 1917 beginnt er ein großformatiges Gemälde (115 x 146 cm), das den Namen Verdun tragen sollte. Obgleich im Wesentlichen gegenständlich gestaltet, wird die Komposition des Bildes durch farbige Lichtbündel strukturiert, die sich über der in Flammen stehenden, von Rauchwolken und Giftgasschwaden überzogenen Erde kreuzen. Jenseits eines visuellen Zeugnisses bemühte sich Vallotton bei dem Werk um die synthetische Darstellung des Kriegs, in dem jegliche Spur der menschlichen Existenz verschwunden ist. Bereits 1916 hatte Vallotton einen Holzdruckband mit dem Titel C’est la guere ! (Es ist Krieg!) veröffentlicht, indem er seine Kriegseindrücke jenseits der Front darstellte. Nach seiner Reise in die Champagne veröffentlicht er im Dezember 1917 einen Artikel, indem er erläutert, wie er den Krieg darstellt, und er enthüllt somit die Schlüssel zum Verständnis von Verdun: „Kräfte zeichnerisch oder malerisch darzustellen, ist weitaus wahrheitsgetreuer als materielle Auswirkungen zu reproduzieren; doch diese Kräfte haben weder Form und noch weniger Farben.“
Vallotton hat die Geschichte seines Aufenthalt in der Champagne in sein Tagebuch eingetragen. Er trat seine Reise am 7. Juni an. Über Suippes, Les Hurlus und Perthes gelangt er zu den Frontlinien und schließlich zu den Schützengräben. Am 23. Juni kehrt Vallotton unter den starken Eindrücken seiner Reise nach Paris zurück und „versucht, seinen Erinnerungen Form zu verleihen“. Schnell schafft er 14 Gemälde für eine Ausstellung, die den Titel „Die Armeemaler“ trägt und im folgenden Oktober stattfinden sollte. Der französische Staat kauft ihm bei dieser Ausstellung Kriegslandschaft. Zu Verdun schreibt Vallotton in seinem Livre de Raison: „Verdun. Interpretation des Krieges, schwarze, blaue und rote Projektionen, verwüstetes Gelände, Giftgasschwaden.“ Er verfolgte die aktuellen Geschehnisse der deutschen Offensive in Verdun mit und schrieb am 29. Februar 1916 in sein Tagebuch: „Dieser Ort des Mordens muss etwas Schreckliches und zugleich etwas Glanzvolles sein.“ Bis zu seinem Ankauf durch das Musée de l’Armée im Jahre 1976, hatte das Werk, das mit den Nabis verbunden wurde, trotz der Berühmtheit des Künstlers keinen großen Erfolg.
Autor : François ROBICHON
(Übersetzung : Beate E. RENNER)
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