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Barrikadenschlacht am Alexanderplatz in der Nacht vom 18. zum 19. März 1848.

© BPK, Berlin, Dist RMN-Grand Palais - Knud Petersen

Vergrößerung und Zoom

Titel : Barrikadenschlacht am Alexanderplatz in der Nacht vom 18. zum 19. März 1848.

Historisches Datum : 18 mars 1848
Konservierungsort : Kunstbibliothek (Berlin) ; Webseite
Copyright-Vertrag : Agence photographique de la Réunion des musées nationaux. 254/256 rue de Bercy 75577 Paris CEDEX 12. Courriel : photo@rmn.fr ; Webseite

Animation

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  Historischer Kontext

Frankreich - Revolutionsherd Europas

Im März 1848 entflammt der europäische Kontinent von Wien bis Venedig, über Prag und Berlin aufs Neue: Der Völkerfrühling bricht aus, der simultane Kampf der europäischen Völker um nationale Unabhängigkeit und politische Rechte. Die Revolutionen von 1848 teilen außer den Barrikaden einen romantischen Stil, der sich in den Liedern und den Kleidern der sogen. „Achtundvierziger“ ausdrückt. Wie 1789 und noch stärker 1830 gaben die revolutionären Aufstände der Pariser Bevölkerung den Anstoß der gewaltsamen Protestbewegungen in den Hauptstädten der europäischen Nachbarländer und beeinflussten den Stil der Revolten sowie deren Forderungen: Garantie auf private und öffentliche Bürgerrechte, Demokratisierung der Macht, Anerkennung der nationalen Unabhängigkeit. In Deutschland tagt am 31. März 1848 in Frankfurt a.M. das Vorparlament, um die Frankfurter Nationalversammlung vorzubereiten und eine allgemeine, freie Wahl sicherzustellen. Zwei Mächte stehen sich gegenüber: Die revolutionären Kräfte und der Block um den preußischen König Friedrich Wilhelm IV..

  Bildanalyse

Das revolutionäre Berlin im Kampf gegen die Tyrannei

Die auf dem Gemälde dargestellte Stadt Berlin ist Hauptstadt Preußens. Das Symbol des Aufstands nach dem Pariser Modell sind zweifelsohne die Barrikaden – ein allegorisches Hindernis, der Verteidigungswall des Volkers gegenüber der repressiven Macht. Es ist also nicht überraschend, dass dieser geschichts- und emotionsgeladene Markstein im Zentrum der Komposition steht: Die Barrikaden sind aus Fässern („barriques“) aufgebaut, was im Französischen auf den Ursprung des Begriffs verweist. Aus dem ikonographischen Schatz der Revolutionsszenen, der in Europa in Form von Drucken verbreitet ist, wählt der anonyme Künstler die Darstellung einer nächtlichen Szene mit Lichtkontrasten. Das einzig wirklich farbige Element befindet sich gleichsam in der Bildmitte: Die deutsche Flagge – das Symbol der nationalen und politischen Einheit. Der Rest des Bildes liegt im Dämmerlicht, das vom stillen Glanz des Mondlichts, aber auch von einem in Flammen stehenden Haus und vor allen Dingen vom weißen Rauch der Gewehrschüsse erhellt ist. In der Mitte stehen die etwas weiter oben positionierten Revolutionäre den angreifenden preußischen Soldaten gegenüber. Die Position des Zugs, die verzerrten Gesichter, die fallenden Körper und die am Boden sterbenden Verletzten erinnern an die Bilder von Goya, in denen der spanische Künstler die Barbarei der napoleonischen Truppen vom 2. und 3. Mai 1809 anprangert. Die Szene spielt sich in Berlin ab, doch sie ist Teil der Revolutionsgeschichte des europäischen Volkes.

  Deutung

Die deutsche Einheit - zwischen Republik und Kaiserreich

1848 haben die deutschsprachigen Völker ihre erstrebte Einheit in Form eines Nationalstaats nach französischem Modell noch lange nicht erreicht. Im Süden des 1815 gegründeten Deutschen Bundes befindet sich das Österreichische Kaiserreich, zu dem viele katholische Deutsche, aber auch Ungarn, orthodoxe Slawen und Juden gehören. Im Norden schlägt das protestantische Königreich Preußen der Hohenzollern den zahlreichen deutschen Einzelstaaten und Städten die Gründung des Deutschen Zollvereins vor (1834), dessen Ziel insbesondere die Annäherung von Norden und Süden sein sollte. Der Stich verdeutlicht die Unvereinbarkeit der Ziele der im Frankfurter Bundestag versammelten Revolutionäre, zu denen auch Karl Marx gehörte, und der Interessen des preußischen Königs. So lehnt Friedrich Wilhelm IV. 1849 die „modrige“ Kaiserwürde, die ihm von den an der deutschen Einheit interessierten Parlamentariern angeboten wird, ab, und die Revolution in Deutschland scheitert.

Autor : Alexandre SUMPF
(Übersetzung : Beate E. RENNER)


Bibliographie

  • Jacques DROZ, L'Allemagne, Band 1 : La formation de l'unité allemande 1789-1871, Paris, Hatier, 1970, Neuauflage 2003.
  • Jacques DROZ, Ernest TONNELAT, Les Révolutions allemandes de 1848, Paris, PUF, 1957.
  • Joseph ROVAN, Histoire de l’Allemagne, des origines à nos jours, Paris, Seuil, 1994.

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